Mehr Sachlichkeit in der Diskussion um die AOA-Bebauung – Gauting braucht bezahlbaren Wohnraum

Worum geht es beim Thema „Bebauung AOA-Gelände“ eigentlich ? Die Gemeinde will durch eine Überabeitung des rechtsgültigen Bebauungsplans 100  in dem Gebiet um das ehemaligen AOA-Geländes/Pötschenerstrasse insgesamt ein geringeres Bauvolumen vorsehen (statt aktuell 35.400 qm zukünftig 29.900 qm) aber mit einem höheren Anteil an Wohnraum. Dmit sollen folgende Ziele verfolgt werden:

  • Bau von Mietwohnungen, zu einem großen Teil in der einkommensorientierten Förderung
  • Erwerb von bezahlbaren Wohnungseigentums für Gautinger, nach Möglichkeit im Rahmen eines Einheimischen-Modells 
  • Ein Supermarkt für mehrere tausend Anwohner in Gauting-West (hervorragend mit dem Fahrrad oder zu Fuß erreichbar), im Asklepios-Gelände, in Unterbrunn, Pentenried und Frohnloh
  • Ein Kindergarten für die wachsende Bevölkerung im Gebiet um die Ammerseestrasse

Gut ist, dass dieses Thema intensiv und im Vorfeld mit allen Interessierten und insbesondere auch den Anwohnern gründlich erläutert und diskutiert wird. Aber es ist nicht gut, dass diese Diskussion teilweise mit unsachlichem Unterton und falschen Behauptungen geführt wird.

Da titelt der Merkur „Plötzlich 1000 Personen mehr“ (Merkur 1.7.2019), die SPD beklagt „Wie dicht sollen denn die Bewohner aufeinandersitzen …wo bleibt da die Wohnqualität?“ (Flugblatt SPD Gauting vom 4.7.2019), es wird suggeriert, dass überflüssige Einkaufsmöglichkeiten geschaffen werden – „in nur 600 m Distanz zum beschlossenen Edeka-Markt am Bahnhof“ und es wird beklagt „damit entsteht ein neuer sozialer Brennpunkt“ (Anwohner laut Merkur vom 1.7.2019). Die FDP will gleich das ganze Verfahren nach 2020 verschieben. 

Wir haben die Fakten geprüft und warnen vor Übertreibungen, die das Ziel haben, Ängste und Sorgen zu erzeugen. Richtig ist, dass in dem zukünftigen Wohnquartier etwa 600 Menschen leben werden, nicht 1000 (durchschnittliche Bewohnerzahl in Gauting in Wohnungen 2,3 bei 263 geplanten Wohnungen). Die Entfernung zum Bahnhof ist in der Luftlinie vielleicht 600m, zu Fuß oder per Fahrrad ist es ca. 1,0 – 1,4 km. Nah genug, um dort zu Fuß oder mit dem Rad bequem hinzukommen und das Auto wegzulassen, aber kein Argument gegen die Nahversorgung der Bevölkerung im westlichen Gauting und den Ortsteilen.

Und wie schaut es mit der Verdichtung aus ? Die Grafik zeigt den Vergleich mit anderen Geschoßwohnungsbau-Siedlungen in Gauting. Je größer das Verhältnis Grundstücksfläche/Wohnung um so geringer die Verdichtung. Die bestehenden Siedlungen in Gauting haben typischerweise zwischen 90 und 100 qm Grundstücksfläche je Wohnung. Beim AOA-Gelände sind das nach aktuellem Planungsstand sogar 106 qm, also keinesfalls eine stärkere Verdichtung als in vergleichbaren Gebieten von Gauting. Es ist nicht bekannt, dass es sich bei diesen um „soziale Brennpunkte“ handelt, die Anwohner dort würden sich solch einen Vergleich auch sicherlich verbitten.

Die Warteliste von Gautingern für eine begünstigte Mietwohnung ist lang – es geht nicht primär um Zuzug sondern um Lösungen für Gautinger Mitbürger.

Aber wir brauchen auch Zuzug. Beispiel: In Gauting suchen Eltern derzeit verzweifelt Betreuungsplätze für ihre Kinder. Die Gautinger Kindergärten können nicht alle Plätze belegen, weil ihnen das Personal fehlt. Wenn wir dauerhaft Kindergärtnerinnen in Gauting halten wollen, dann müssen wir ihnen auch Möglichkeiten für bezahlbares Wohnen bieten. Das gilt entsprechend für viele andere Berufe, die wir in Gauting brauchen und die nicht so viel verdienen. Gauting soll ein Ort zum Arbeiten und Leben sein – für alle Einkommensgruppen und nicht nur Besserverdienende !

Deshalb: Ja zu guter, aber auch ehrlicher Diskussion. Und dann klare Beschlußfassung im Gemeinderat – in 2019 !

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